
Hier finden Sie statistische Angaben aus den Bereichen Finanzierungs- und Geldvermögensrechnung, Öffentliche Finanzen, Unternehmensbilanzstatistik, Statistik über Verbriefungszweckgesellschaften (FVCs), IWF-Statistik sowie historische Daten.
Die Deutsche Bundesbank begann bereits Mitte der 1950er Jahre als eine der ersten Notenbanken weltweit mit der Erstellung und Veröffentlichung der Gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung (FR). Die FR bildet in aggregierter Form den vollständigen Finanzierungskreislauf einer Volkswirtschaft ab. Sie zeigt auf, welcher Sektor, das heißt die privaten Haushalte, die finanziellen und nichtfinanziellen Unternehmen oder der Staat, in welchem Umfang und in welcher Form finanzielle Mittel bereitstellt oder beansprucht. Aus der FR lässt sich somit auch erkennen, inwiefern die Finanzintermediäre (d.h. Banken, Versicherungen und Investmentfonds) beziehungsweise die Kapitalmärkte sowie das Ausland in den Finanzierungskreislauf eingeschaltet sind. Neben den finanziellen Transaktionen gibt die FR auch Auskunft über die Bestände an Geldvermögen und die Höhe der Verschuldung von privaten Haushalten, Unternehmen und Staat.
Die Bundesbank nutzt die Ergebnisse der FR, die regelmäßig in Pressenotizen sowie den Monatsberichten kommentiert werden, für Untersuchungen über Verschiebungen in den Finanzstrukturen. Hier interessiert unter anderem der Zusammenhang zwischen der Kreditvergabe der heimischen Banken einerseits und den übrigen Finanzierungsquellen (Kapitalmärkte, Investmentfonds, Versicherungen und ausländische Kreditgeber) andererseits. Eine solche Betrachtung zeigt die gegenseitige Verflechtung der Kredit- und Kapitalmärkte. Vor allem aber erlaubt sie, das Anlage- und Finanzierungsverhalten von Unternehmen und Privathaushalten zu analysieren. Dies liefert zum Beispiel wichtige Hinweise dafür, welche Wirkungen die Impulse der Geldpolitik auf bestimmte wirtschaftliche Größen wie Konsum, Produktion, Beschäftigung etc. ausüben (geldpolitischer Transmissionsprozess). Darüber hinaus dienen die Ergebnisse der FR zur Entwicklung von Indikatoren für die Stabilität des Finanzsystems.
Die FR ist letztlich Teil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR), ein die gesamte Volkswirtschaft umfassendes statistisches Rechenwerk. Mittels der VGR können sowohl die Güterströme einer Volkswirtschaft als auch die in einem bestimmten Zeitabschnitt entstandenen Einkommen erfasst werden. Die FR ergänzt dieses Bild um die Finanztransaktionen in einer Volkswirtschaft.
Für die Bundesbank war es von Anfang an ein wichtiges Anliegen, in ihren Veröffentlichungen die Daten der FR und der realwirtschaftlichen VGR-Angaben des Statistischen Bundesamtes eng miteinander zu verzahnen. Im Mai 2006 hat auch die EZB erstmals solche sogenannten integrierten Sektorkonten für den Euro-Raum für die Jahre 1999 bis 2004 veröffentlicht. Bislang konzentrierte sich die Darstellung der Bundesbank auf Jahresdaten (vgl. dazu die Statistische Sonderveröffentlichung Nr. 4). Seit Mitte 2006 sind in vergleichbarem Umfang auch Quartalsergebnisse zur FR verfügbar. Diese werden der EZB übermittelt, die zusammen mit den Beiträgen der anderen EWU-Mitgliedsländer die FR für das Euro-Währungsgebiet erstellt und veröffentlicht.
Die FR ist wie die VGR keine Primärstatistik, die auf eigenen statistischen Erhebungen beruht. Sie ist vielmehr ein Analyserahmen, in den vielfältige statistische Quellen Eingang finden, die in erster Linie anderen Zwecken dienen. Die wichtigsten Quellen dieser Art sind verschiedene Statistiken der Bundesbank, wie zum Beispiel die Banken- und die Zahlungsbilanzstatistik. Externe Daten liefert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, insbesondere zu den Versicherungen und Pensionseinrichtungen. Statistiken zum Finanzvermögen und zu den Verbindlichkeiten des Staatssektors sowie die VGR-Angaben über die Investitionstätigkeit und das Sparen der einzelnen Sektoren stammen vom Statistischen Bundesamt.
Die Ergebnisse der FR werden regelmäßig in Form der Statistischen Sonderveröffentlichung Nr. 4 publiziert. Darin enthalten sind auch weitere methodische Erläuterungen.
Die Bestände an Geldvermögen und Verschuldung werden weiterhin zur Erstellung sektoraler Vermögensbilanzen genutzt. Neben den finanziellen Forderungen und Verbindlichkeiten enthalten diese zusätzliche Angaben zum Sachvermögen. Darunter sind im Wesentlichen alle produzierten und nichtproduzierten Vermögensgüter zu verstehen, also etwa Immobilien, Ausrüstungen und Baulandvermögen. Bereitgestellt werden diese Daten durch die VGR des Statistischen Bundesamtes. Die Bilanz der privaten Haushalte wird schließlich noch um das sogenannte Gebrauchsvermögen (Autos etc.) ergänzt, sodass man insgesamt ein vollständigeres Bild der sektoralen und gesamtwirtschaftlichen Vermögenssituation erhält.
Die Bundesbank hat diese Vermögensbilanzen in Zusammenarbeit mit dem Statistischen Bundesamt erstellt; entsprechende Angaben finden sich hier.
Hier finden Sie Daten zur Entwicklung der öffentlichen Finanzen in Deutschland. Im Einzelnen finden Sie Zeitreihen zur finanziellen Entwicklung der öffentlichen Haushalte, zur finanziellen Entwicklung des Staates in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und zur Entwicklung der öffentlichen Verschuldung, sowie Tabellen und Erläuterungen zum Maastricht-Schuldenstand Deutschlands.
Die Unternehmensbilanzstatistik dient der Analyse der Ertrags-, Vermögens- und Finanzierungsverhältnisse des nichtfinanziellen Unternehmenssektors. Sie basiert auf Jahresabschlüssen deutscher Firmen außerhalb des Kredit- und Versicherungsgewerbes, die im so genannten Jahresabschlussdatenpool zusammengeführt werden.
Gegenstand der Erhebung ist die Bilanzstatistik der in Deutschland ansässigen finanziellen Verbriefungszweckgesellschaften (FVC). Die Erhebung bildet den Sektor der sonstigen Finanzintermediäre in der Europäischen Währungsunion (EWU) genauer ab. Des Weiteren werden die Angaben zur Darstellung der Kreditgewährung des finanziellen Sektors, bestehend aus monetären Finanzinstituten (MFI) und sonstigen Finanzintermediären, an den Nichtfinanziellen Sektor benötigt.
Hier finden Sie Zeitreihen für Deutschland zum Projekt „Financial Soundness Indicators“ (FSI) des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das Projekt umfasst insgesamt 40 Indikatoren. Aufgrund der besonderen Bedeutung des Bankensektors für die Stabilität von Finanzsystemen stehen zwölf makroprudenzielle Indikatoren (der sog. Kernindikatorensatz) im Mittelpunkt, die sich auf die Situation der Einlageninstitute beziehen. Weitere 28 FSI für den Bankensektor sowie u.a. für andere Institute des Finanzsektors, für nichtfinanzielle Unternehmen und für private Haushalte treten als Ergänzung hinzu (der sog. erweiterte Datensatz).
In den Tabellen zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland seit 1950 werden Jahresangaben unter anderem über die Entwicklung der Konjunktur, der öffentlichen Haushalte, der monetären Aggregate, des Geld- und Kapitalmarktes sowie der Außenwirtschaft dargestellt.